Autor: Sebastian Dänel

17. März – A Violino e Trombone – Ensemble Instrumenta musica

Venezianische Instrumentalmusik – Perlen des Frühbarocks Am Anfang des 17. Jh. wurde in Venedig neue prachtvolle und virtuose Instrumentalmusik geschrieben, die zur definitiven Emanzipation der instrumentalen Virtuosität geführt hat. Durch die Erfindung des Basso Continuo, einer Begleitung der melodischen Linie durch ein oder mehrere Bassinstrumente, gewannen nicht nur die Vokalstimmen, sondern auch Instrumente wie Geigen, Zinken, Posaunen, Gamben, die bis zu dieser Zeit als Unterstützung polyphoner Linien verwendet wurden, Freiheit und Glanz. Canzoni e Sonate komponiert z.B. von Dario Castello, Giovanni Gabrieli, Giovanni Paolo Cima, Giovanni Picchi für Ensembles mit Geigen, Zinken und Posaunen zeigen ein charakteristisches Klangbild der Musik dieser Zeit. Ebenso zeigt die oft verwendete einfache Besetzung „Violino & Trombone“ (Geige, Posaune und Basso Continuo) dem modernen Zuhörer eine unerwartete Virtuosität, so wie eine neue und faszinierende musikalische Ästhetik . Das heute etablierte Ensemble Instrumenta Musica möchte mit diesem Programm an seine Anfänge zurückblicken, wo drei Studierende (Geige, Posaune und Orgel) am Institut für Alte Musik der Musikhochschule Trossingen vor mehr als zehn Jahren beschlossen haben, sich diesem Repertoire gemeinsam zu widmen. Instrumenta …

14. April – Jakobs-Pilger-Messe – montalbáne Ensemble

HERRU SANCTIAGU! – Eine mittelalterliche Pilgermesse vom Jakobsweg »Da es vorkommt, daß die Pilger, die in der Kirche der heiligen Maria in Montserrat Nachtwache halten, singen und tanzen wollen, und dies auch tagsüber auf dem Kirchplatz, und sie dort nur sittliche und andächtige Lieder singen dürfen, sind einige hier niedergeschrieben. Diese sollten mit Rücksicht und Mäßigung verwendet werden, damit jene nicht gestört werden, die ihrem Gebet und geistlichen Kontemplationen nachgehen möchten…« So steht es zu lesen im »Llibre Vermell«, dem berühmten »Roten Buch« aus dem spanischen Benediktinerkloster Montserrat, das mit dem »Codex Calixtinus« zu den bedeutendsten Pilgerhandschriften des Mittelalters gehört. Im »Liber Sancti Jacobi«, wie der »Codex Calixtinus« eigentlich heißt, ist sogar beschrieben, mit welchen Instrumenten die Pilger, die aus aller Herren Länder nach Santiago de Compostela wanderten, ihre Lieder begleitet haben: Flöten, Fideln, Lauten, Schalmeien und Trommeln. Wir haben aus diesen beiden Manuskripten eine Messe zusammengestellt, wie sie in den romanischen Kirchen an den Pilgerwegen des Mittelalters erklungen sein könnte: im Zentrum des Konzertes die streng liturgische »Missa Sancti Jacobi«, umrahmt von tänzerischen Marienliedern aus dem …

26. Mai – Hymne au soleil

Lieder und Chormusik von Fanny Hensel, Lili Boulanger und Silke Fraikin Ein Tag im Mai – vom „Morgenständchen“ bis zum „Nachtwanderer“ Hinweis: Im Jahresprogramm ist der Titel des Konzerts „Kunst des Liedes – Als alle Knospen sprangen“ Frühlingsgedichte und Liebeslyrik gehören zum vielbesungenen Wonnemonat und haben von jeher zum Vertonen angeregt. Im Mittelpunkt dieses Programms stehen Vokalwerke dreier Komponistinnen des 19. bis 21. Jahrhunderts sowie Gedichte von Selma Meerbaum-Eisinger.  Aus dem reichen Vokalschaffen Fanny Hensels (1805-1847) – Enkelin des Philosophen Moses Mendelssohn und Schwester Felix Mendelssohn-Bartholdys – sind Sololieder, Duette und Chorwerke nach Texten von Eichendorff, Goethe, Heine u.a. zu erleben. Der Liederzyklus „Clairieres dans le ciel“ stammt aus der Feder der französischen Komponistin Lili Boulanger (1893-1918). Für ihre Komposition „Renouveau“ erhielt sie 1913 den Prix Lepaulle. Im gleichen Jahr gewann sie als erste Frau den Grand Prix de Rome. Daneben erklingen „Dämmerung“ und zwei von der Dresdner Komponistin Silke Fraikin (geb. 1967) eigens für dieses Programm geschaffene neue Werke, darunter die Vertonung eines Textes von Selma Meerbaum-Eisinger (geb. 1924 in Czernowitz, Bukowina; gest. 1942 im Zwangsarbeitslager …

13. Oktober – Jubiläumskonzert 20 Jahre Kammerchor Pesterwitz

Solisten Marie Luise Werneburg – Sopran Franziska Ernst – Alt Frank Schreiber/ Michael Käppler – Orgel Georg Wieland Wagner – Schlagwerk Dresdner Kapellsolisten Kammerchor Pesterwitz Leitung: Anne Horenburg Zu seinem Jubiläum hat der Kammerchor Pesterwitz ein Programm-Querschnitt aus den 20 Jahren Chorgeschichte zusammengestellt. Es erklingen sowohl Werke von Schütz, Bach, Mozart und Mendelssohn als auch solche aus dem 20./21. Jh. von Lepo Sumera (Estland), Jón Nordal (Island), Petr Eben (Tschechien) und Georg Wieland Wagner (Dresden).

10. November – Musik & Literatur

Olaf Bär – Wort Am Flügel: Anna Böhm Wir vernehmen Stimmen. Wir hören sie flüstern und gellen, preisen und klagen. Wir lauschen durch sie ins Vergangene und erinnern uns.Sie tragen uns durch das Jetzt und in Räume des Künftigen.Die Schrecken des Krieges formen sie um in poetische Trauer.Sie wandeln und verweben die Zeit.  Kompositionen von Johannes Brahms, Viktor Ullmann und Arnold Schönberg in Zwiesprachemit Texten von Rainer Maria Rilke, Walter Benjamin und Robert Seethaler. Olaf Bär Der Bariton Olaf Bär begann seine musikalische Ausbildung im Dresdner Kreuzchor. Ab 1978 studierte er an der Hochschule für Musik „Carl Maria von Weber“ in Dresden. Nach seinem 1. Preis beim Walther-Gruner-Wettbewerb für deutsches Lied in London begann seine internationale Karriere als Konzert- und Liedsänger. Tourneen mit Liederabenden und Konzerten führten ihn in die Musikzentren Europas und Amerikas, nach Australien, Neuseeland und Japan. Der Staatsoper Dresden war er viele Jahre mit einem Gastvertrag verbunden. Gastspiele führten ihn an das Covent Garden Opera House in London, an die Mailänder Scala, die Wiener Staatsoper, die Staatsoper Berlin, die Opernhäuser in Paris, Amsterdam, …

08. Dezember – Orgelmusik im Advent

Frauenkirchenkantor Matthias Grünert Mit Werken von Buxtehude, Bach, Haydn und Rheinberger. Matthias Grünert studierte nach ersten musikalischen Erfahrungen als Sänger im Windsbacher Knabenchor Kirchenmusik A, Gesang und Orgel an den Hochschulen für Kirchenmusik und Musik in Bayreuth und Lübeck. Er ist Preisträger verschiedener Orgelwettbewerbe und erhielt weiterführende Impulse bei Meisterkursen. Während des Studiums war er Assistent des Lübecker Domchores, danach Stadt- und Kreiskantor in Greiz, wo er u.a. das gesamte Orgelwerk Bachs zur Aufführung brachte. 2004 wurde er als erster Kantor an die Dresdner Frauenkirche berufen. Seitdem ist er künstlerisch verantwortlich für die Kirchenmusik im wiedererbauten Barockbau. Er gründete den Chor und den Kammerchor der Frauenkirche und das ensemble frauenkirche dresden, die zur festen Größe in der Kulturlandschaft Mitteldeutschlands zählen. Als Dirigent arbeitet er mit vielen namhaften Solisten und Orchestern zusammen. Gastspiele als Organist und Dirigent führen ihn an zahlreiche Orgeln und viele Musikzentren, nach Japan, Island, Frankreich, Belgien, Österreich, Italien, Tschechien, Polen und in die Schweiz. Eine umfassende Diskographie bei Sony, Berlin Classics und Rondeau weist seine musikalische Vielfalt aus. Zahlreiche Fernseh- und Rundfunk-Aufnahmen …

Orgelmusik im Advent – Denny Wilke

09.12.2018, 17 Uhr Denny Wilke – Orgel In unserem Orgelkonzert zu Weihnachten ist der junge Organist Denny Wilke zu Gast. Er studierte in der Meisterklasse des Leipziger Gewandhausorganisten Michael Schönheit und legte 2006 sein Konzertexamen in der Solistenklasse von Ben van Oosten am Konservatorium Rotterdam ab. Außerdem erhielt er ein Stipendium für die Meisterklasse von Olivier Latry (Notre-Dame de Paris). Als Organist spielte Wilke bereits für so namhafte Orchester wie das Gewandhausorchester Leipzig, das MDR Sinfonieorchester, die Dresdner Philharmonie etc.. Solistenabende an bedeutenden kirchenmusikalischen Stätten und in ausgewiesenen Konzertsälen sowie Aufnahmen für Radio und Fernsehen gehören ebenfalls zu seinem künstlerischen Schaffen. 2009 wurde Wilke zum Stadtorganisten der Konzertkirche „St. Marien“ Mühlhausen/Thüringen berufen. Als dieser ist er seither für die Gestaltung der Orgelkonzerte und thematischen Zyklen sowie für die Kammermusiken in der historischen Rathaushalle verantwortlich. 2010 war er Preisträger beim International Sydney Organ Competition. Anlässlich des 200. Geburtstages von Franz Liszt erschien 2011 überdies eine Solo-CD mit Orgelwerken des Jubilars, aufgenommen an der historischen Buchholz-Orgel in Barth (Ostsee), die 2015 für die Bestenliste des „Preises der …

Musik & Natur – Alphornensemble Weimar

18.11.2018, 17 Uhr Alphornensemble Weimar Alphörner in Thüringen? Zugegeben, das Alphorn ist eine Schweizer Errungenschaft. Dennoch wird es die Eidgenossen freuen, daß sich auch außerhalb ihrer Kantone Menschen dem alpinen Klang verschrieben haben. Und tatsächlich konnte man in den letzten Jahren einen regelrechten Alphorn-Boom erleben. Die Begeisterung für das längste Klangholz der Welt geht jedoch nur bei Wenigen so weit, daß sie auch bereit sind, sich ihre Instrumente selber zu bauen – zum Glück der Schweizer Alphornbauer-Zunft. Denn folgendes dürfte die Instrumentenbauer weniger erfreuen. Wenn die Weimeraner vor einigen Jahren nicht die verrückte Idee und den Übermut ihrer Umsetzung gehabt hätten, aus Thüringer Fichten Alphörner zu schnitzen, wäre die Ausfuhrbilanz der eidgenössischen Volkswirtschaft um vier Instrumente höher ausgefallen. Was sind das für Leute, die sich in ihrer Freizeit Alphörner bauen? Dazu schreiben sie: „Ein altes Vorurteil besagt, Musiker hätten in handwerklichen Dingen zwei linke Hände (und nur Daumen). Vielleicht trieb uns der Wunsch, diese falsche Meinung kräftig zu widerlegen. Sicher ist jedoch, daß sich kaum ein Musiker, der aus Liebe und Profession mit Horninstrumenten zu …

Mein Paganini – Herbstreise – Florian Mayer – Violine

14.10.2018, 17 Uhr Florian Mayer – Violine Der Mythos Paganini Eine der schillerndsten Musikerpersönlichkeiten, die es je gegeben hat. Eine Figur der höchsten Weihen und tiefsten Tragik. Ein mediterraner Kosmopolit des Zwiespaltes. Ein Menschenfänger und Eingesperrter. Der wahre Vertreter des Guten und Schönen, des Schlechten und Hässlichen. Oberfläche und Abgrund. Das Zündeln mit Ruhm und Sehnsüchten. Das Märchen und die Realität. Der Verwalter violintechnischer Taschenspielereien, der Notenzahlmeister, der Trickser, der Hexer. Das Biest auf der Bühne und der Engel unter der Theaterkuppel. Verkünder himmlischer Sphären und höllischer Entbehrungen. Sinngetrieben, wahnwitzig und irrlichternd – der Name Paganini sorgt bis in unsere Zeit für den Stoff, aus dem Deutungen gestrickt werden… Florian Mayer beschäftigt sich seit vielen Jahren mit diesem scheinbaren Nonplusultra der virtuosen Violinmusik und stellt sich öffentlich in Musik, Text und Dramaturgie der Frage, wie teuflisch der auch heute noch omnipräsente Meister mit seiner Geige wirklich ist. Er lässt Zeitgenossen und viele andere zum Tönen kommen und spart Persönliches im gesamten Auf und Ab des Fabulierens in keinster Weise auf. Ein komprimierter Konzertmitschnitt aus „Mein …

Johann Sebastian Bachs „Hohe Messe“ in h-moll – Kammerchor Pesterwitz

09.09.2018, 17 Uhr Kammerchor Pesterwitz und Telemannisches Collegium MichaelsteinMarie Hänsel – SopranBritta Schwarz – AltMinsub Hong – TenorCornelius Uhle – Bass Im Rahmen der Festwoche zur 950-Jahrfeier von Pesterwitz steuert der Kammerchor Pesterwitz unter der Leitung von Anne Horenburg am 9. September 2018 um 17 Uhr in der Ev.-Luth. St. Jakobuskirche eines der größten und eindrucksvollsten Kunstwerke der Musikgeschichte bei: Johann Sebastian Bachs „Messe in h-Moll“. Sollten Berge die Größe dieser Musik abbilden, dann müssten es wohl Achttausender sein. Das Werk verkörpert alles, was sich in Bachs Welt denken lässt. Der gelehrte Thomaskantor verband hier sein christliches Glaubensbekenntnis mit dem künstlerischen, resümierte Geschick und Eingebung in der mustergültigsten Chormusik, die er der Nachwelt hinterlassen hatte. Das Manuskript von 1748/1749 gehört sogar zum UNESCO-Weltdokumentenerbe. Eine große Musik zu einem großen Fest! Nach dem Konzert laden wir wie gewohnt noch zu einem Glas Pesterwitzer Wein ein. Wir freuen uns auf Sie!